Jan Ros


Die Malerei von Jan Ros verleugnet ihre Herkunft nicht: Ob einzelne Architekturen oder ganze Stadtlandschaften – immer nimmt der bildnerische Prozess seinen Anfang bei der Fotografie, um von dort aus nach den speziellen Bedingungen zu fragen, unter denen der Bildgegenstand malerisch transformiert werden kann. Jan Ros antwortet darauf mit einem Phänomen, das sich als zentraler Topos der Moderne bezeichnen lässt: die Unschärfe, die Passage, das Auflösen der Körper und Konturen im Zuge flüchtiger Betrachtung – eine Perspektive, die vor allem seine Stadtansichten zu Vorbeifahrlandschaften aus dem Blickwinkel des Autofahrers macht.

Folglich verwundert es nicht, dass Jan Ros neben architektonischen und landschaftlichen Motiven immer wieder Fahrzeuge malt, vor allem Flugzeuge und Autos, die als »Bildvehikel« den Blick zurück auf den Ursprung der Geschwindigkeit lenken. Unmittelbar an der Schnittstelle von Architektur und Mobilität sind darüber hinaus seine Bilder von Tankstellen und Autobahnen angesiedelt. Außerdem hat Jan Ros wiederholt solche Gebäude dargestellt, die als Ikonen der internationalen Baukunst gelten können – und die ihrerseits einer beschleunigten Raumwahrnehmung Ausdruck geben.

In neueren Werken wird der malerische Prozess der Auflösung nochmals differenziert, indem Jan Ros mit verschiedenen Schärfegraden und Richtungsverläufen arbeitet. So verleiht er seinen Hochhochbildern zum Beispiel einen starken Höhenzug, wohingegen vertikale Architekturen als scharf konturierte Cut-Outs aus ihrem Umfeld hervorstechen. Dass ferner die Wechselwirkungen von Innen und Außen, von Licht und Schatten eine wichtige Rolle spielt, zeigen die jüngst entstandenen, großformatigen Fensterbilder des Künstlers, die den Blick von erhöhter Warte auf ein urbanes Panorama lenken – und dadurch den realen Raum imaginär erweitern.

 


 


VITA
 

1961
geboren in Winterswijk, Niederlande

1980-81
Studium der Kunstgeschichte an der Universität Utrecht

1981-87
Studium an der Akademie voor Beeldende Kunsten, Utrecht

1987-91
Studium an der Rietveld Akademie, Amsterdam

lebt und arbeitet in Amersfoort, Niederlande

 

AUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

2018
City Site, Rasche Ripken, Berlin (mit Hein Spellmann)

2017
24 Hours, Rasche Ripken, Berlin (solo)

2015
Neubau, Rasche Ripken, Berlin
Rue Vierkant, Rasche Ripken, Berlin (solo)
The Magnificant Seven, Skovbo Kunstforening, Ringsted, Kunstverening Brondby
Modernistische Architectuur in hededaagse kunst, Mondriaanhuis, Amersforrt

2014
Sounds of Silence, Museum CODA, Appeldoorn
De Stad in MIJ, Museum Ijsselstein
The Magnificent Seven, Kunstforening Haderslev

2013
Halte Dich fern von offenen Fenstern, Rasche Ripken, Berlin
The Poetics of Space, ACEC Apeldoorn
Futuro, Rasche Ripken, Berlin (solo)

2011
Märklin World, Kunsthal Kade Amersfoort
Under construction, Rasche Ripken, Berlin (solo)
Young European Landscape, Centrum Hungaricum, Berlin

2010
Galerie Contempo, Rotterdam (solo)

2009
Rush Hour, Rasche Ripken, Berlin (solo)

2008
Made in Holland, Contempo Collectie, Eindhoven
Galerie Oliver Houg, Lyon (solo)

2007
countdown, Galerie Stefan Rasche, Münster

2005
InterActiv, Palacio de Don Manuel, Evora
Kunstenlab, Deventer (mit Loes Enklaar)

2004
de ruimtelijke ordening, Stadsmuseum Woerden

2002
In optima forma, De Zonnehof, Amersfoort

2001
Galerie Contempo, Rotterdam (solo)