Jan Ros, Hein Spellmann


Unter dem Titel „City Site“ zeigt die Galerie vom 6. April bis zum 9. Juni 2018 eine Doppelausstellung mit neuen Arbeiten von Jan Ros und Hein Spellmann. 

Die Malerei von Jan Ros verleugnet ihre Herkunft nicht: Ob einzelne Architekturen oder ganze Stadtlandschaften – immer nimmt der bildnerische Prozess seinen Anfang bei der Fotografie, um von dort aus nach den speziellen Bedingungen zu fragen, unter denen der Bildgegenstand malerisch transformiert werden kann. Jan Ros antwortet darauf mit einem Phänomen, das sich als zentraler Topos der Moderne bezeichnen lässt: die Unschärfe, die Passage, das Auflösen der Körper und Konturen im Zuge flüchtiger Betrachtung.

In neueren Werken wird dieser malerische Prozess nochmals differenziert, indem Jan Ros mit verschiedenen Schärfegraden und Richtungsverläufen arbeitet. So verleiht er seinen Hochhochbildern zum Beispiel einen starken Höhenzug, wohingegen vertikale Architekturen als scharf konturierte Cut-Outs aus ihrem Umfeld hervorstechen. Dass ferner die Wechselwirkungen von Innen und Außen, von Licht und Schatten eine wichtige Rolle spielt, zeigen die großformatigen Fensterbilder des Künstlers, die den Blick von erhöhter Warte auf ein urbanes Panorama lenken – und dadurch den realen Raum imaginär erweitern.

Hein Spellmann hingegen fertigt dreidimensionale Fassadenobjekte, ausgehend von fotografischen Detailansichten urbaner Architekturen. Und waren es ursprünglich Plattenbauten, die im Mittelpunkt seines Interesses standen, so hat sich das Repertoire seiner Motive inzwischen längst erweitert, so zum Beispiel um Treppenhäuser, Hotelfassaden oder Bürogebäude, die das Erscheinungsbild (sub-)urbaner Räume bestimmen.

Ihre Umsetzung folgt indessen stets demselben Prinzip: Indem Hein Spellmann die farbigen Fotoprints auf Schaumstoff aufzieht, sie über einen Holzkern spannt und abschließend mit einer transparenten Silikonschicht versiegelt, verleiht er seinen Objekten eine plastische, kissenähnliche Gestalt. Was dadurch entsteht, ähnelt elastischen »Wohnwaben«, die je nach Format, Ausschnitt und Farbgebung unterschiedliche Erzählformen und Abstraktionsgrade im Sinne städtischer Partituren zulassen. 

Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, den 6. April  Januar um 19 Uhr in Anwesenheit der Künstler.
Zu einem Besuch sind Sie herzlich eingeladen.